18 sekunden

18 Sekunden

18 sekunden
  • 18 Sekunden
    Autor(en): Shuman, George D.
    Verlag: Heyne TB
  • Datum: 01.04.2008
  • ISBN: 3453432789
  • ISBN13: 9783453432789
  • Format: Broschiert
  • Verlag: Heyne TB
  • Seiten: 400
  • Jetzt kaufen: amazon.de
  • Preis: 8.95

booxland-Rezensionen

Über das Buch:

Wegen eines Unfalls, der mit dem Tod vieler Schüler endete, landet Earl Skyes 30 Jahre im Gefängnis. Die Morde, die er vorher begangen hatte, wurden nie entdeckt. Schwer krebskrank wird er freigelassen und bekommt eine Arbeit als Müllsammler in seiner alten Heimatstadt Wildwood. Doch an ein geregeltes Leben denkt er nicht. Er will nur Rache üben an den Leuten, die an seiner Inhaftierung mitgewirkt haben.
In Wildwood verschwinden mehrere Frauen spurlos. Lieutennent O’Shaugnessy ermittelt in diesem Fall, kommt aber mangels verwertbaren Spuren zu keinem Ergebnis. Schließlich bittet sie Sherry Moore um Hilfe. Sherry ist blind, doch hat sie eine besondere Gabe: Wenn sie die Hand eines Toten berührt, sieht sie die letzten 18 Sekunden seines Lebens vor ihren Augen ablaufen. Zusammen wollen sie dem Mörder auf die Schliche kommen.

Meine Meinung:

George D. Shuman arbeitete 20 Jahre lang bei der Metropolitan Police force in Washington, bis er sich dazu entschloss, zum Schriftsteller zu werden und gibt mit »18 Sekunden« seinen ersten Roman heraus. Ein Nachfolgeband ist bereits in Planung.

Sehnsüchtig warten werden auf den Nachfolger die Wenigsten. Das Thema »durch die Augen der Toten sehen« wurde schon öfters und wesentlich spannender abgehandelt und ist keine neue Idee. Abgesehen davon ist dieser Grundzug nicht das Hauptmotiv in Shumans Roman. Sherry Moore mit ihren Fähigkeiten glänzt eher durch Abwesenheit. Ihre Auftritte sind spärlich gesät und kaum von Belang für die Handlung. Das angekündigte Sixth-Sense-Feeling stellt sich zu keinem Zeitpunkt ein. Die Erklärung für ihr Können ist hanebüchen – das hätte sich der Autor besser gleich erpart.

Earl Sykes ist für mich der einzige Pluspunkt in »18 Sekunden«. Im Gegensatz zu anderen Serienkillern, die vor intellektueller Überlegenheit kaum noch laufen können, ist er einfach nur ein verbitterter und sadistischer Verlierer, der es in seinem letzten Lebensjahr noch einmal richtig krachen und seine alten Widersacher über die Klinge springen lassen will.

Ermittlerin O’Shaugnessy hat als Frau in führender Position mit Vorurteilen zu kämpfen und wirkt deshalb etwas klischeehaft. Genauso wie der selbstgerechte und unfähige Sergeant Dillon, der am meisten gegen sie wettert oder der, nach besagtem Busunfall geistig zurückgebliebene, Jeremy Symes, der erst als der unschuldig Verdächtige gehandelt wird und am Schluss die Rolle seines Lebens bekommt.

Neben den ganzen Beziehungskisten, die da unpassender Weise aufgemacht werden, ist die ganze Story einfach nur wild zusammenkonstruiert. Fast alle Personen erster und zweiter Reihe stehen in irgendeiner Beziehung zueinander. Sykes steht ganz oben, O’Shaugnessy ist die Tochter des Mannes, der ihn ins Gefängnis brachte. Jeremy ist ein Opfer just jenes Unfalls, der Sykes ins Gefängnis brachte und zu allem Überfluss stellt sich zum Schluss heraus, dass Sherry Moore die Tochter eines seiner Opfer war und er selber für ihre Fähigkeit verantwortlich ist. 

Nein, das ist zu viel des Guten, so ein Konstrukt nervt. In dem Versuch, Thriller mit Mystery zu verbinden, ist Shuman gnadenlos abgestürzt. Über vieles könnte man hinwegsehen, wenn sich in den 400 Seiten wenigstens auch nur ein bisschen Spannung finden ließe. Aber so quält man sich auch noch durch einen stocklangweiligen Plot und ist froh, wenn man es hinter sich hat.

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