Besessen Horror

Besessen: Horror

Besessen Horror

Besessen: Horror


Autor(en): Schreiber, Joe
Verlag: Lübbe
Datum: 07.2008
ISBN: 340415889X
ISBN13: 9783404158898
Format: Broschiert
Verlag: Lübbe
Seiten: 253
Jetzt kaufen: amazon
Preis: 7.95

Besessen: Horror Rezensionen

Über das Buch:

Nur Stunden bevor das Tanglewood Memorial Hospital endgültig geschlossen wird, bekommen Dr Walker und Mike Hughes einen letzten Patienten: Frank Snow, ein für bestialische Morde verurteilter Häftling. Bevor Frank in den Tomografen geschoben wird, steckt er Mike noch einen Zettel zu: »Bring deine Familie in Sicherheit – oder bleib hier und stirb. Entscheide dich jetzt. Eine zweite Chance bekommst du nicht!«
Mike entscheidet sich fürs Bleiben. Minuten später ist Frank Snow frei, der Strom ausgefallen und alle Anwesenden werden durch das verrammelte und stockfinstere Krankenhaus gejagt. Das Morden beginnt …

Meine Meinung:

Joe Schreiber wohnt in Pennsylvanien und hat als Ghostwriter und Co-Autor schon an vielen Romanen mitgewirkt. Sein Erstling »Untot« wurde international ein Erfolg. »Besessen« ist sein zweiter Horror-Roman.

Wenn ich gut 20 Jahre zurückdenke, dann gab es im Alter von 16 bis 18 Jahren eine Phase, in der mich Horrorfilme fasziniert haben. Allzuviel wirklich gute Filme in dieser Kategorie gibt es es nicht, aber das war egal. Mit Begeisterung habe ich mir jeden Schund angesehen, weil es den Ruch des Verbotenen hatte. Ein paar Splatterszenen reichten aus, um den Film auch gleich gut zu finden. Irgendeine plausible Rahmenhandlung oder wenigstens ein Fünkchen innere Logik? Musste nicht sein, Hauptsache es floss Blut und die Leute kreischten. »Besessen« ist ein solcher Film in Buchform.

Mit irgendeiner glaubwürdigen Rahmenhandlung hält sich auch Schreiber gar nicht auf. Ein paar Leute kommen in dem alten Krankenhaus zusammen, überraschend wird ein schwer bewachter und gefesselter Patient angeliefert, der untersucht werden soll. Er steckt Mike den oben erwähnten Zettel zu und kurz darauf gehen die Lichter aus.

Allein bei dem Vorspann sind schon so viele logische Fehler eingebaut, dass es für 10 Romane reichen würde. Die Personen werden kaum vorgestellt, benehmen sich reichlich hölzern und sehr komisch. Als Beispiel dafür nehme ich Mikes Frau: Diese kommt mit ihrem 3-jährigen, 40 (!) Pfund schweren Sohn angerauscht und will ihren Mann wegen einer Affäre zu Rede stellen. Um an das Beweismittel, ein kleines handgeschriebenes Zettelchen, zu kommen, leert sie neben dem Tomografen den Inhalt ihrer Handtasche samt Handy und Autoschlüssel auf den Boden und lässt dann alles liegen. Draußen angekommen fällt ihr dann auf, dass sie nicht weg kann ohne Autoschlüssel, geht zurück und sehenden Auges in die Falle.

Nachdem nun alle eingesperrt sind, rennen sie im Dunklen kreuz und quer umher – jeder für sich, verfolgt von dem dämonischen Snow (der überall gleichzeitig zu sein scheint), und niemand ist scheinbar fähig, ein Fenster zu öffnen und die davorgeschraubte Sperrholzplatte einzuschlagen. Laute Geräusche, die den Einen in Angst und Schrecken versetzen, scheint der Nächste nur einen Gang weiter gar nicht zu hören. Der Autor versucht in dieser Phase wortgewaltig, eine klaustrophobische Stimmung zu erzeugen. Teilweise gelingt das sogar, aber wenn es sich über 150 Seiten hinzieht, nervt es nur noch.

Schreiber lässt sich erkennbar von mehreren Filmen »inspirieren« und verhackstückt mehrere Grundideen zu einem Kuddelmuddel, über dessen Logik man überhaupt nicht nachdenken darf. Dass dann einer der Gejagten sich dann als der Vater des Besessenen entpuppt, dazu Schuld ist an dessen Zustand und ihn auch noch in einem Anflug von Selbstaufopferung vernichtet, ist dann der Gipfel dieses gepflegten Schwachsinns, der sich durch das ganze Buch zieht. Man möge mir diesen Spoiler verzeihen, aber kaputt machen kann ich da wirklich nichts mehr. Erwähnen will ich nur noch den, dazu passenden, Epilog: Ideenlos und klischeehaft.

Ich bewerte den Roman insgesamt mit gnädigen 2 Boox. Die Handlung hat wirklich nicht mehr als 1 Boox verdient, der Schreib- und Erzählstil 3 Boox. Wer Grusel mit Niveau sucht, sollte sich tunlichst einen anderen Autor suchen. Ich bin mir aber sicher, dass auch »Besessen« seine Fans finden wird.
Wie schon erwähnt: Hauptsache sie kreischen …

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